Trend-Diäten: Top oder Flop?

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Wenn es um die Ernährung geht, gibt es inzwischen die unterschiedlichsten Ansätze. Gerade aus den USA kommen immer wieder neue Ernährungsphilosophien, die uns dabei helfen sollen, uns gesund, leistungsstark und wohl zu fühlen. Oft blickt man da gar nicht mehr durch. Kürzlich bin ich auf einen Beitrag der amerikanischen Ärztin Dr. Robin Berzin gestoßen, der Licht in das Wirrwarr der Trend-Diäten bringt. Hier ihre Erklärungen zu Paleo, GAPS, Blutgruppen-Diät & Co. für Euch zusammengefasst:

Paleo

Die Paleo Diät basiert auf der Idee, nur Nahrung zu sich zu nehmen, die schon unsere frühen Vorfahren gegessen haben. Im Mittelpunkt stehen ausschließlich Lebensmittel, die es bereits vor der ersten Landwirtschaft gab, wie Fleisch, Früchte, Fisch und Gemüse. Ausgeschlossen sind bei Paleo hingegen Zutaten wie Getreide, Zucker, Hülsenfrüchte und Milchprodukte. Man könnte sie deshalb auch „Jäger-und-Sammler-Diät“ nennen.

Behauptung:

Paleo ist die Ernährungsweise unserer Vorfahren und deshalb gut für uns, weil wir genetisch und biologisch programmiert sind, diese Nahrung bestmöglich zu verwerten.

Wahrheit:

Das ist schwer zu beweisen, da unsere Vorfahren z.B. in verschiedenen Regionen lebten und wahrscheinlich mal mehr Vegetarier, mal eher Fleischesser waren. Nichtsdestotrotz ist Paleo sehr effektiv, wenn man Gewicht reduzieren und den Blutzucker kontrollieren will, weil Zucker und raffinierte Kohlenhydrate eliminiert werden. Die nimmt heute jeder von uns viel zu viel zu sich. Es ist deshalb auch bewiesen, dass Paleo verschiedenen Krankheiten und Symptome verbessern kann: von Diabetes über das metabolische Syndrom bis hin zu chronischen Pilzinfektionen.

Das Problem mit Paleo ist, dass Menschen, die dieser Ernährungsphilosophie folgen, oft nicht auf die Qualität der tierischen Produkte achten und davon eine Unmenge zu sich nehmen. Das fördert Entzündungen im Körper. Darüber hinaus vergessen sie oft, ausreichend Wasser zu trinken, um die erhöhte Eiweiszufuhr zu kompensieren. Das kann zu Verstopfung führen. Auch  Gemüse steht oft nicht in ausreichender Menge auf dem Speiseplan, so dass genügend Antioxidantien und Ballaststoffe in der Ernährung fehlen. Diese aber sind wiederum wichtig für die Zellgesundheit, das Herz und schützen gegen Krebs.

Das Problem mit Paleo ist, dass Menschen, die dieser Ernährungsphilosophie folgen, oft nicht auf die Qualität der tierischen Produkte achten und davon eine Unmenge zu sich nehmen.

Wenn man sich also für Paleo entscheidet, dann unbedingt darauf achten, dass man nur Bio-Fleisch von bester Qualität zu sich nimmt, die Ernährung mit gesunden Fetten wie Oliven- oder Kokosöl anreichert und viel Gemüse ißt.

GAPS

Die Gut (Darm) and Psychology Syndrom Diet – kurz GAPS – ist der Paleo Ernährung sehr ähnlich. Erfunden wurde sie von Dr. Natasha Campbell-McBride. Wie Paleo verzichtet diese Ernährungsphilosophie auf Getreide und Zucker sowie jede From raffinierter bzw. verarbeiteter Kohlenhydrate und setzt auf Fleisch, Gemüse, Früchte und fermentierte Milchprodukte wie Kefir. Zudem wird zu jeder Mahlzeit Knochenbrühe empfohlen.

Behauptung:

Viele glauben daran, dass GAPS gegen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Dickdarmentzündung hilft genauso wie gegen psychischen Störungen wie beispielsweise ADHS, Depressionen oder Schizophrenie.

Wahrheit:

Wie Paleo kann GAPS tatsächlich wirken, da insbesondere komplett auf Getreide verzichtet wird, das Entzündungen, Verdauungsprobleme, darmbakterielles Ungleichgewicht und Störungen des Immunsystems fördern kann.  An diesen Störungen leiden sehr viele Menschen heutzutage.

FODMAPs

Die „Low-FODMAP“-Diät wurde von Forschern in den USA entwickelt, um Probleme im Margen-Darm-Trakt zu adressieren. Bei dieser Diät verzichtet man auf Essen, das die sogenannten FODMAPs enthält: Fermentierte Oligosaccharide, Disaccharide, Monosaccharide und Polyole. Klingt kompliziert, ist es auch. Denn man muss u.a. auf Knoblauch, Zwiebel, Lauch, Milchprodukte, Spargel, Erbsen, Karotten, Sellerie und Kohl verzichten genauso wie auf Früchte wie Äpfel, Birnen, Mangos, Pfirsiche, Nektarinen, Wassermelonen und Pflaumen.

Behauptung:

Diese Diät reduziert Verdauungsprobleme wie Gasentwicklung und Blähungen indem sie Bakterien im Darm reduziert, die diese speziellen Kohlenhydrate normalerweise abbauen.

Wahrheit:

Tatsächlich hilft diese Diät dabei, diese Bakterien im Darm zu reduzieren. Dr. Berzin wendet sie in Kombination mit anderen Methoden zur Behandlung der sogenannten Dünndarmfehlbesiedlung an, die u.a. zu Durchfall, Magenschmerzen und Gewichtsverlust führen kann.

Blutgruppen-Diät

Die Blutgruppen-Diät basiert auf der Annahme, dass unterschiedliche Blutgruppen verschieden auf Essen reagieren. Wir alle haben unterschiedliche Typen roter Blutkörperchen – A, B, 0 oder AB. Der jeweilige Typ wird durch die Proteine definiert, die außerhalb der roten Blutkörperchen existieren. Dabei sind alle roten Blutkörperchen in unserem Körper vom gleichen Typ und das definiert unsere Blutgruppe. Die Blutgruppen-Diät ist sehr spezifisch und detailliert. Allgemein kann man aber sagen, dass sie Menschen mit Blutgruppe A eine vegetarische Ernährung, Menschen mit Blutgruppe 0 eine sehr fleischlästige Ernährung, Menschen mit Blutgruppe B eine Lezithin-reduzierte Ernährung (in bestimmten Getreidesorten) und Menschen mit Blutgruppe AB eine Lezithin-reduzierte sowie pesci-vegetarische Ernährung empfiehlt.

Die Blutgruppen-Diät basiert auf der Annahme, dass unterschiedliche Blutgruppen verschieden auf Essen reagieren.

Behauptung:

Die Blood Type Diät hilft beim Abnehmen, gibt mehr Energie und beugt chronischen Erkrankungen wie Herzleiden oder Krebs vor. Dies kommt daher, dass die Blutgruppe ein Zeichen für die ursprüngliche Abstammung des Menschen ist und damit für welche From der Ernährung der jeweilige Körper am besten geeignet ist.

Wahrheit:

Die Blutgruppen-Diät ist zweifelsohne ein interessanter Ansatz, allerdings gibt es bisher keine größeren Studien, die ihre Wirkung einwandfrei belegen. Es gibt viele, die auf die Diät schwören und grundsätzlich kann man mit ihr auch nicht viel falsch machen, aber letztlich verallgemeinert sie sehr stark und unsere individuellen Voraussetzungen sind doch oft komplizierter.

Ketogene Diät

Die Ketogene Diät verzichtet konsequent auf Kohlenhydrate, reduziert Proteine und konzentriert sich auf hochwertige Fette in der Ernährung. Ein typisches Frühstück besteht aus einem Ei auf Salatbett mit drei Esslöffeln Olivenöl, einer halben Avocado und einer viertel Tasse Blaubeeren. Zu Mittag gibt es dann beispielsweise Lachs mit Avocado, Olivenöl und Ruccola. Wichtig ist bei der ketogenen Diät, auf hochwertige Fette wie Avocados, Kokosnuss-Öl und Bio-Milchprodukte zu achten.

Behauptung:

Durch die Ketogene Diät schaltet der Körper langfristig von einem „Kohlehydrate-orientierten Stoffwechsel“ in einen „Fett-orientierten Stoffwechsel“ um. Das soll die Energie erhöhen und beim Abnehmen helfen. Insbesondere Langstreckensportler nutzen deshalb diese Diät, um ihre Ausdauer zu erhöhen. Darüber hinaus soll sie gegen bestimmte Krebsarten helfen, die besonders durch Zucker gefördert werden.

Wahrheit:

Grundsätzlich ist diese Diät vielversprechend in Bezug auf Gewichtsabnahme, Leistungsfähigkeit und der Vorbeugung gegen Krebs. Allerdings ist es sehr schwer, auf Kohlenhydrate komplett zu verzichten und diese Ernährungsform auf Dauer durchzuhalten. Es ist zudem noch nicht klar, ob die Diät langfristig negative Nebenwirkungen hat. Man sollte die Ketogene Diät deshalb nur unter ärztlicher Aufsicht durchführen.

Und was jetzt?

Dr. Brenzin empfiehlt in ihrem Beitrag, zumindest das Allerwichtigste einzuhalten, um gesund und leistungsfähig zu bleiben: Wir sollten auf die meisten Getreidesorten, Zucker sowie raffinierte Kohlenhydrate verzichten und gleichzeitig ballaststoffreiches Gemüse, Obst in Maßen und gesunde Fette – wie in Lachs, Olivenöl oder Leinsamen – essen. Das haben nahezu alle Trend-Diäten gemeinsam. Und als Ernährungsform sollten wir die wählen, die für einen selbst am besten funktioniert – optimaler Weise nach Konsultation eines Experten.

Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass ich mich mit meiner Ernährungsweise wohlfühlen und sie in meinen Alltag integrieren können muss. Nur dann kann ich sie einigermaßen konsequent einhalten und merke den positiven Effekt auf meinen Körper und Geist sofort.

Hey, ich bin Nicki und Gründerin von REBEL IN A NEW DRESS. Ich berichte Euch auf meinem Blog regelmäßig über die neuesten Styles, Fashion-Trends, Anti-Aging und Inspirationen für ein glückliches Leben.