WUNSCHLOS GLÜCKLICH

WUNSCHLOS GLÜCKLICH

In keinem Monat werden so viele Wünsche geboren, wie im Dezember. Die Liste in unserem Kopf und unserem Herzen ist lang und detailliert. Manche flattern wie ein zartes Vögelchen ganz leicht und flüchtig in unser Leben – meist verlassen sie uns genauso schnell, wie sie gekommen sind. Andere wiederum nisten sich langfristig bei uns ein und bestimmen machtvoll unser Denken und Handeln. Sie sind wie ein Rucksack, den wir tagtäglich mit uns rumschleppen: manchmal federleicht, dann wieder tonnenschwer und erdrückend. 

Betrachtet man es genau, ist der Ursprung jedes einzelnen Wunsches in einem Mangel zu finden. Egal ob es um die Sehnsucht nach dem perfekten Partner, dem cooleren Job oder nach einem flachen Bauch geht. Wir erträumen uns etwas Besseres für uns. Unsere Gedanken haben die Eigenschaft, immer zu den Dingen oder Personen zu wandern, die im Leben noch fehlen, um endlich glücklich zu sein. So werden wir von dem Gefühl beherrscht, nicht genug zu haben. In dem wir Wünsche formulieren, erschaffen wir ein perfektes Traumbild unserer Zukunft. Auf der Suche nach Glück übersehen wir deshalb häufig die wichtigste Sache: Das Hier und Jetzt! Wir machen unsere persönliche Erfüllung von Kausalitäten abhängig und feiern erwartungsvoll das Morgen. Dabei vergessen wir unser eigentliches Leben, das ausschließlich in diesem Moment stattfindet. 

Der Wunsch ist der Grund allen Leidens und das Ende des Wünschens bedeutet auch das Ende des Leidens. 

Buddha

Ein weiterer interessanter Aspekt ist meiner Meinung nach, dass Wünsche auch immer etwas mit mangelndem Vertrauen zu tun haben. Vertrauen in den Fluss des eigenen Lebens, darauf, dass man sich genau am richtigen Platz oder in der richtigen Situation befindet. Besonders in leidvollen Zeiten wünschen wir uns Heilung oder Erlösung. Verstehen wir allerdings Turbulenzen als wichtigen Meilenstein auf unserem Lebensstrahl, ändert sich unsere Perspektive und somit auch die Bewertung der Umstände. Rufen wir uns dies ins Bewusstsein, erwächst aus einem Abgrund eine Brücke und aus einem Mangel eine Chance. Deshalb ist es so wichtig, mit schweren Phasen nicht zu hadern, sondern sie vielmehr anzunehmen und als Katalysator einer persönlichen Veränderung zu bergreifen. 

Hingabe ist der Schlüssel zum Glück

Vertrauen wir auf den eigenen Weg und folgen anspruchslos dem Flow des Lebens, werden unsere Wünsche kleiner und unser Glück größer. Denn Vertrauen schafft Gelassenheit, Ruhe und Stärke. Die Hingabe für den jeweiligen Moment ist der Schlüssel zum eigentlichen Glück. Lasse ich mich voll und ganz auf diesen ein und bin mit allen Sinnen und Gedanken dabei, breitet sich ein Leuchten in uns aus. Es spendet Frieden, Erfüllung und gibt uns eine tiefe Verbundenheit zu allem.

Seit einiger Zeit übe ich mich in diesem Gedankenexperiment. Präsent zu sein und das Leben so anzunehmen, wie es kommt. Dunkle Momente als Lern- und Wachstums-Chance zu werten und als das zu sehen, was sie wirklich sind: Eine Perle auf der Kette des Lebens. Auch wenn sich das jetzt ein bisschen banal anhören mag: Das Leben passiert einfach. Spielen wir mit und folgen dem Fluss ohne Widerstand, werden wir zu uns selbst und unserer Bestimmung finden. Das Fundament allen Glücks ist Liebe,Vertrauen, Hingabe und Großzügigkeit. Und nicht nur gegenüber anderen, sondern auch zu uns selbst – leider vergessen wir das allzu häufig.

 

 

 

4 Kommentare

  1. susanne wienke
    Dezember 21, 2018 / 11:34 am

    Wertvolle Gedanken zum Jahresausklang!
    Weiterführend in diesem Kontext kann auch regelmäßige Meditation sein. Und Leben im Einklang mit der Natur. Z.B. heute zu Wintersonnenwende. Spüren, wie das Licht zurückkehrt.
    Lichtvolle Grüße
    Susi

  2. Susi
    Dezember 21, 2018 / 11:45 am

    Wertvolle Gedanken zum Jahresausklang, danke dafür.
    In diesem Kontext kann auch regelmäßige Meditation weiterführend sein und die Nähe zur Natur.
    Heute ist Wintersonnenwende : das Licht kehrt zurück.
    In diesem Sinne lichtvolle Grüße,
    Susi

    • Dezember 26, 2018 / 9:46 pm

      Liebe Susi,

      Danke schön, für deine warmen Worte! Ich freue mich jedesmal sehr über deine Zeilen.

      Ich wünsche dir einen wundervollen Jahresausklang und ein fantastisches 2019.

      Fühl dich gedrückt.
      Nicki

  3. Dezember 21, 2018 / 7:08 pm

    Ich finde diese Gedanken sehr interessant und sie haben auch viel Wahres. Aber für mich hören sie sich etwas zu fatalistisch an. Ich möchte die Gedanken daher dahingehend einschränken, dass sie für die Dinge gelten, die man nicht ändern kann. Ich kann nämlich sehr wohl Einfluss nehmen auf mein Leben und Dinge ändern,indem ich bei mir etwas ändere.
    Liebe weihnachtliche Grüße
    Reni

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