STRESS: 9 Fragen | 9 Antworten

Stress

1. Was ist Stress?

Das Wort Stress wird als Härte, Widrigkeiten, Gewalt oder Druck definiert. Wenn unser Körper – ob auf Grund innerer oder äußerer Einflüsse – damit konfrontiert wird, setzt ein lebenswichtiger Prozess ein. Dieser wird als Kampf-oder-Flucht-Reaktion bezeichnet und ist tief in unserem Instinkt verwurzelt. Vor tausenden von Jahren hat er uns vor wilden Tieren, Naturgewalten oder Wochen ohne Nahrung geschützt. Wenn sich unser Körper im Kampf- oder Fluchtmodus befindet, setzt er schlagartig große Mengen Adrenalin und Cortisol frei. Die Herzfrequenz steigt und Blut wird in unsere Gliedmaßen gepumpt – weg von unserem Verdauungs- und Fortpflanzungssystem. Die Pupillen erweitern sich, um besser zu Sehen und unser Geist wird hellwach. Bei einer gesunden Stressreaktion fallen die gestiegenen Pegel sobald die Bedrohung aus dem Weg geräumt ist.

2. Wann spricht man von chronischem Stress?

Cortisol wird aus oben beschriebenen Gründen oft als Stresshormon bezeichnet. In der Regel sollten die Werte morgens höher sein und im Laufe des Tages abnehmen, so dass wir vor dem Schlafengehen ruhig und entspannt sind. Der Cortisol-Spiegel steigt immer dann an, wenn unser Körper einen Stressor bemerkt, eine E-Mail vom Chef, die lange To-Do-Liste in unserem Kopf, die egal was wir auch tun nicht kürzer wird, oder anhaltender Schlafentzug. Was passiert also, wenn die wahrgenommene Bedrohung immer da ist? Wenn unser Handy unseren Tag bestimmt und wir durch Nachrichten, E-Mails und Anrufe nie zur Ruhe kommen? Der Cortisolspiegel steigt an und bleibt hoch! Ist dies der Fall, spricht man von chronischem Stress. In Deutschland fühlen sich über 60 % der Bevölkerung regelmäßig gestresst. Die Top 3 Auslöser sind Job, hohe Ansprüche an sich selbst und die ständige Erreichbarkeit.

3. Was macht Stress mit unserem Körper?

Die Auswirkungen von chronischem Stress haben Einfluss auf jedes Organ und alle Abläufe im Körper: Blutzuckerspiegel, Gehirn, Immunsystem und sogar unser Darm geraten aus der Balance, wenn wir dauerhaft zu viel Stress ausgesetzt sind. Daraus resultieren gesundheitliche Probleme, wie zum Beispiel Schlaflosigkeit, Angstzustände, Reizdarmsyndrom, Depression, Wechseljahrsbeschwerden, Gewichtszunahme und sogar Autoimmunerkrankungen sind darauf zurückzuführen.

Ausreichend Schlaf, frische Luft und Tageslicht helfen auch dabei die Cortisol-Werte zu regulieren.

4. Wie kann ich den Stress-Kreislauf unterbrechen?

Häufig sind unsere Tage so vollgepackt, dass wir nur noch hektisch von Aufgabe zu Aufgabe springen. Dadurch haben wir die Fähigkeit verloren, in uns hineingehören und zu fühlen, was Stress mit uns anrichtet. Der erste Schritt ist, um den Kreislauf zu unterbrechen, sich während des Tages kurz Zeit zu nehmen und auf die Signale des Körpers zu hören. Rückenschmerzen, verspannte Schultern, Kopfschmerzen sind Anzeichen dafür, dass unser Stressniveau ansteigt und wir dringend einen Break brauchen. Stress zu erkennen ist der erste wichtige Schritt, um den Kreislauf zu unterbrechen. Erst dann können wir Strategien entwickeln, um runter zu kommen und wieder durchzuatmen. Noch ein Punkt ist wichtig: Wir sollten uns über unsere Prioritäten klar werden. Das Leben ist zu kurz, um sich mit Dingen zu beschäftigen, die uns nicht interessieren.

5. Wie beginne ich meinen Tag ohne Stress?

Eine Morgenroutine kann dabei helfen, Stress zu vermeiden. Gewohnte Handlungen geben uns Ruhe und Sicherheit. Außerdem ist es schön, sich bereits morgens etwas Gutes zu tun. Egal ob die Routine 5 Minuten oder 1 Stunde dauert, sie sollte uns erden und glücklich machen. Die einen meditieren oder machen Yoga, die anderen gehen vielleicht kurz spazieren oder laufen. Idealerweise beinhaltet die Morgenroutine: Bewegung, Achtsamkeit und positive Gedanken. Und noch eine Sache: Während diese Zeit ist das Telefon ausgeschaltet oder auf Flugmodus.

6. Welcher Trick hilft in stressigen Situationen?

Wenn wir gestresst sind, verändert sich unsere Atmung, Wir atmen schneller und flacher – meist in die Brust. Versuchen wir unseren Atem zu kontrollieren, können wir die Stressreaktion verringern. Setze dich dazu entspannt hin und zähle in Gedanken bis 3 – atme währenddessen ein. Zähle bis vier und halte solange den Atem an. Atme aus während du auf 5 zählst. Wiederhole diese Übung 5 bis 6 mal. Indem du länger ausatmest als du einatmest, aktivierst du den Teil deines Nervensystems, der für die Entspannung verantwortlich ist.

7. Was kann ich tun, damit ich den Stress nicht mit nach Hause nehme?

Versuche während deines Nachhauseweges in einen entspannteren Zustand zu kommen. Höre zum Beispiel deine Lieblingsmusik oder ein Hörbuch. Fährst du mit öffentlichen Verkehrsmitteln, können dich auch Kurzgeschichten auf andere Gedanken bringen. Versuche dein Handy in der Tasche zu lassen. Für viele ist Alkohol ein Mittel zur Entspannung nach einem stressigen Tag im Job – das verstehe ich gut! 🙂 Leider wirken sich einige Gläschen Wein oder auch Cocktails negativ auf unseren Schlaf aus.

8. Welche Nahrungsergänzungsmittel helfen bei Stress?

Leiden wir unter Stress, sollten wir zuerst unseren Lebensstil ändern. Allerdings können auch einige Nahrungsergänzungsmittel unserem Körper dabei unterstützen, Stress abzubauen. Magnesium ist zum Beispiel so ein Kandidat – als Entspannungsmineral bekannt, hilft es bei Schlafstörungen. Aktuelle Studien zeigen, dass die Gesundheit unseres Darms auch unseren Stress-Pegel beeinflussen kann. Hochwertige probiotische Supplements können die Darmschleimhaut wieder auf Vordermann bringen. Adaptogene können dem Körper helfen, sich an Stress anzupassen, und CBD-Öl ist für seine beruhigende und entspannende Wirkung bekannt.

9. Wie finde ich Schlaf, wenn mein Verstand rast?

Auch wir Erwachsene brauchen – ähnlich wie Kinder – eine feste Schlafenszeit. Auch hier sind Rituale, die uns den Übergang von einem aktiven Tag zu einer ruhigen Nacht erleichtern, hilfreich. Ein wohltuendes Bad kann dem Körper das Signal geben, dass es an der Zeit ist, sich zu entspannen. Auch das Ausschalten des Handys eine Stunde vor dem Schlafengehen ist ein gutes Ritual. Denn so vermeiden wir zum einen das blaue Licht des Displays, das uns wach hält, zum anderen schotten wir uns so von der Außenwelt ab und finden leichter zu uns. Auch die oben beschriebene Atemtechnik kann Entspannen und helfen, einzuschlafen. Außerdem gilt: Ab Nachmittags kein Koffein mehr! Trinkst du Mittags eine große Tasse Kaffee, ist ein Viertel davon noch um Mitternacht in deinem Blut.