100 Anti Aging Tipps

Wer loslässt, hat die Hände frei oder der Verlust als kraftvolle Perspektive

Gescheiterte Beziehung loslassen

Ja, auch ich gehöre zu den Frauen, die eine – na gut, vielleicht auch zwei – gescheiterte Beziehungen hinter sich haben. Ich war unglücklich verheiratet und bin glücklich geschieden. Jede Beziehung brachte neue Erkenntnisse mit sich, mitunter sehr schöne, teils auch unerfreuliche. Sicherlich könnte ich mich jetzt nach jeder Niederlage verkriechen und mich bei einem Topf Eiscreme selbst bemitleiden. Ich könnte aber auch genauso gut in mich gehen und Überlegungen darüber anstellen, was mein Anteil daran ist. Warum arbeite ich mich immer an bestimmten Stereotypen ab, welches Bedürfnis scheint mir zu fehlen und die entscheidende Frage: Wie stelle ich dieses wieder her? In der Tat ist der Schmerz solange unser Lehrer, bis wir unseren Frieden mit ihm schließen. Gewiss unbequem, aber zugleich sehr befreiend.

Der Schmerz ist solange unser Lehrer, bis wir unseren Frieden mit ihm schließen.

Grundsätzlich ist es doch so, dass wir das Problem gerne erstmal bei dem Anderen suchen. Sich mit den eigenen Marotten und Fehlern auseinander zu setzen, liegt fern unserer Natur und kann mitunter sehr wehtun. Aber es ist wichtig zu schauen, was uns fehlt. Wir Menschen funktionieren nach dem Lustprinzip und haben verschiedene Elementarbedürfnisse. Der eine strebt nach Selbstbestimmung und Freiheit, ein anderer wiederum nach mehr Struktur und Orientierung. Einem steht mehr der Sinn nach einer Beziehungsgestaltung, dem anderen nach seiner Wirksamkeit. 

Krisen entstehen immer dann, wenn unsere Lebensweise nicht mit unseren Elementarbedürfnissen übereinstimmt. Aber was ist denn mein Bedürfnis? Was macht mich glücklich? Intuitiv spüren wir das. Manch einen zieht es in die Einsamkeit der Natur, um seinen Frieden zu finden, ein anderer sucht die Gemeinschaft auf, um sich zu spüren.

Loslassen tut gut – auch bei einer gescheiterten Beziehung!

In unserer Kindheit finden wir viele Antworten

Am einfachsten kannst du dein Grundbedürfnis ermitteln, wenn du in deine Kindheit zurückgehst. Was hat dich als Kind glücklich gestimmt? Mein Vater hat mich z. B. immer mit einer hübschen Aufmerksamkeit bedacht, wenn er mich für eine herausragenden Leistung belohnen wollte. Wundert es mich dann, wenn ich in Beziehungen erwarte, dass Männer mich mit kleinen Geschenken verwöhnen?

Neben dem Rückblick in unsere Kindheit hilft auch das Betrachten von Bildern, einen Aufschluss über unsere Sehnsüchte zu bekommen. Denn meist berühren uns genau die Darstellungen am tiefsten, die etwas zum Ausdruck bringen, wonach wir uns sehnen. Bilder wirken ganzheitlich – wie somatische Marker docken sie an unsere autobiografische Erinnerungen und Bedürfnisse an. Eine weite Landschaft lässt womöglich die Sehnsucht nach Freiheit und Ruhe erkennen. Wer sich zum Farbrausch à la Gauguin hingezogen fühlt, empfindet sein Leben vielleicht als eintönig und trostlos.

Grundbedürfnis erkannt, aber der Ex will sein Appartement in deinem Kopf immer noch nicht räumen?

Dann versuche folgende Übung: Betrachte deinen Verflossenen durch die Augen der Neutralität und der Liebe. Lass dich nicht von dem Frust beherrschen, denn im Grunde ahnst du schon, dass mit dem Buckel von Gestern das Heute unbrauchbar ist. Statt dich als Opfer zu sehen und deine gesamte Energie dafür zu verschwenden, sich über deinen Ex aufzuregen, solltest du dich lieber fragen, wie du diese Erfahrung für dich nutzen kannst? Welches „Geschenk“ steht dahinter? Sobald der erste Schmerz abgeklungen ist und du gegen den Verlust nicht mehr ankämpfst, erkennst du vielleicht den tieferen Sinn dahinter. Gerade tiefe Verletzungen und Enttäuschungen zeigen uns, wie sehr wir in Wahrheit in der Lage sind unser Herz zu öffnen und immer wieder aufs Neue zu lieben – ganz egal wie leidvoll die letzte Partnerschaft war.

Nur in unseren dunkelsten Momenten können wir die Erfahrung von Heilung machen und Raum für eine neue und kraftvolle Perspektive schaffen.

Ich für meinen Teil habe gelernt, unabhängig zu sein – kognitiv wie auch finanziell. Mein Vertrauen in meine Kreativität und Willenskraft hat mir viele neue Möglichkeiten eröffnet und meinen Selbstwert gestärkt. Ich genieße meine Unabhängigkeit und erfreue mich daran, meinen Alltag frei zu gestalten. Kleine Aufmerksamkeiten nehme ich heute als Geschenk an und nicht mehr als Währung dafür, wie liebenswert ich bin. 

Auch du wirst merken, wie heilsam es ist, wenn du dir erlaubst, die Erfahrung – so schmerzhaft sie vielleicht auch ist – einfach anzunehmen, statt gegen sie anzukämpfen. Und auch wenn du lange brauchst, deinem Schmerz eine neue Bedeutung zu geben – es lohnt sich! Denn alles, was du bist, ist auf der anderen Seite der Angst. 

Resilienz – an Krisen wachsen. In diesem Artikel schreibe ich darüber, wie wir aus Krisen gestärkt hervorgehen können.

4 Kommentare

  1. Katharina Habeck
    Juli 10, 2019 / 3:41 pm

    Toll geschrieben hat mir sehr gut gefallen .tausend dank

    • August 1, 2019 / 8:38 pm

      Liebe Katharina,
      hab ganz lieben Dank für dein Feedback! Ich habe mich sehr gefreut!

      Alles Gute für Dich,
      Natalia

  2. Maria
    Juli 13, 2019 / 9:41 pm

    Sehr entspannen wirken die Zeilen auf mich. Danke. Was ich nicht verstehe, empfiehlst Du es gut sich an der nächsten Beziehung abzuarbeiten oder mehr fallen lassen und seine wahre Essenz zu spüren.
    Obgleich meine Erfahrung ist, dass die Muster aus der Kindheit, die Du trefflich beschreibst, eigentlich in der neuen Beziehung Bestätigung suchen und deshalb diese noch traurig endet.
    Also was ist deine Respekt oder trauerst Du noch?

    • August 1, 2019 / 8:37 pm

      Liebe Maria,
      hab herzlichen Dank für dein Feedback! Ich habe gelernt Partnerschaften generell als einen Wachstumsprozess zu sehen. Gerade wenn es so erscheint, als man ob man keine klassische Beziehungsebene hat, so helfen uns diese Grenzerfahrungen am meisten zu wachsen, uns selber kennenzulernen und uns zum Positiven zu entwickeln; vorausgesetzt man erkennt, dass der Partner an uns das kritisiert, was wir am wenigsten sein möchten.
      Ich versuche meine Gefühle, ob Trauer, Wut oder eben die Liebe einfach anzunehmen, statt gegen sie anzukämpfen. Alles hat seine Gültigkeit – alles darf sein!

      Alles Gute für Dich,
      Natalia

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