Come Back: 5 gute Gründe für Vinyl

Come Back: 5 gute Gründe für Vinyl

Letzte Woche war ich mal wieder in Berlin. Und eines ist mir klar geworden: das Comeback der Schallplatte ist wirklich da. Ja, ja ich weiß, das ist schon lange ein Thema – aber irgendwie habe ich es eher ein paar verrückten Sammlern zugeschrieben oder bestenfalls als Hipster-Accessoire gesehen. Hier meine 5 Gründe, warum das Comeback des Vinyls nachhaltig und richtig ist:

1. Sound mit Charakter

Schallplatten klingen einfach anders. Ich würde gar nicht behaupten besser – aber individueller, persönlicher. Jede Schallplatte hat ihren eigenen Charakter und jeder Kratzer seine eigene Geschichte. Manchmal weiß ich noch genau, welcher Party ich ein bestimmtes Knacken zu verdanken habe. Das gehört einfach dazu und ist eine Wohltat im digitalen Einheitsbrei dieser Tage.

2. Cleveres Marketing

Die Plattenfirmen haben verstanden: Man kann sich der digitalen Nachfrage nicht entziehen. Also schnüren sie einfach Pakete: zur Schallplatte gibt es inzwischen oft eine CD und/oder einen Download Code dazu. Das haben sie sich von der Filmbranche abgeguckt, in der das schon länger üblich ist (Blu-ray + DVD + Download). Macht absolut Sinn und killt den Deal Breaker der vergangenen Jahre: Denn wer hat schon Lust, sich Musikalben doppelt zu kaufen?

3. Schönere Plattenspieler

Plattenspieler waren spätestens nach dem Aus des legendären Technics 1210 nur noch hässlich. Es sei denn, man war bereit tausende von Euro in einen Plexiglas Design Turn Table zu investieren. Das ist heute anders – sehr schön und dennoch bezahlbar sind z.B. die Portablen von Crosley. Kann man sogar schick in Pink zum Picknick mitnehmen.

Breite Farbpalette: Crosley Cruiser

Breite Farbpalette: Crosley Cruiser

4. Kein 10.000 Songs Random Play

Plattenhören ist eine Zeremonie, ein ganz bewusster Genuss. Man kann eine Platte nicht nach dem Zufallsprinzip abspielen, sich keine Playlisten zusammenstellen, nicht nur einzelne Titel kaufen. Man muss sich dem Gesamtwerk eines Künstlers stellen und das erschließt einem auch musikalisch oft komplett neue Horizonte.

5. Maximal variabler Musikgenuss

Es gibt heute nicht nur schönere Plattenspieler, sondern auch die Technik ist weiter fortgeschritten. So kann man sich einen Plattenspieler mit USB-Anschluss kaufen und alte wie neue Platten digitalisieren. Dies bedeutet, dass der Genuss von Musik endlich komplett anlassbezogen ist. Denn alles ist möglich: Möchte ich einfach nur unkompliziert konsumieren wie z.B. beim Sport oder im Auto nehme ich mein iPhone. Möchte ich tatsächlich bewusst zelebrieren , wie beispielsweise an einem verregneten Sonntag mit Freunden, werfe ich den Plattenspieler an.

Übrigens habe ich mir in Berlin u.a. das frisch gepresste Album Restless von Terranova geschnappt. Mega! Hier könnt ihr digital reinhören:

 

2 Kommentare

  1. Dr. Detroit
    Mai 18, 2015 / 11:11 pm

    You are my DJane – great track!

  2. Mai 27, 2015 / 10:24 am

    Stimme in allen Punkten voll und ganz zu!
    Letztes Jahr habe ich mir einen schönen knallgelben Pro-Ject Plattenspieler zugelegt und seitdem hat sich mein Bezug zu der Musik die ich mag nochmal deutlich geändert!
    Man baut irgendwie eine persönliche Bindung zu dem was man da hört auf. Und man entscheidet deutlich bewusster, was man eigentlich hören möchte. Schließlich ist es ja auch mit Arbeit verbunden, eine Platte aufzulegen.
    Übrigens finde ich es auch wichtig, dass man beim Plattenkauf ganz bewusst einen bestimmten Künstler unterstützt. Beim Streamen zum Beispiel weiß man am Ende gar nicht bei wem das Geld eigentlich landet.
    Hab ich aber auch genauer auf meinem Blog beschrieben, falls dich das interessiert:)

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